SPEZIAL NR. 1/77
1977. Der Anfang einer Bewegung die, die Republik verändert hat. In der Episode Nr.80 habe ich meine Hörer gefragt, was sie in dieser Zeit erlebt, gefühlt oder getan haben. Diese Spezials sind nun das Ergebnis.
Nr. 1/77: Roland, der in dieser Zeit in der DDR gelebt hat …..

Als ich das Mail von Roland gelesen habe, wurde mir bewusst, dass ich über die Anti-AKW-Bewegung in der DDR nichts wusste, genauso wenig wie über die Auswirkungen des GAU in Tschernobyl.
Es gab vier Standorte von AKW in der DDR. Alle AKW wurden nach 1989 von Netz genommen, bzw. nicht weitergebaut, weil sie den westlichen Sicherheitsstandards nicht entsprochen haben.
Im Jahr 1999 wird der Witwe eines Arbeiters aus dem AKW Rheinsberg eine Rente gerichtlich zugesprochen, in diesem Urteil wird Krebs,als Berufskrankheit in einem AKW, anerkannt. Krebs durch Arbeit in Atomkraftwerk
Außerdem gab es da noch das Endlager Morsleben, dass Fr.Merkel in ihrer Amtszeit als Umweltministerin bestehen lassen wollte, obwohl schon den DDR Behörden bekannt war, das der Schacht nicht sicher war. Der Fall Morsleben
Kalt über den Rücken ist es mir gelaufen, bei den Berichten über die Informationspolitik der DDR-Regierung zur Katastrophe in Tschernobyl. Die Ohnmacht, der Menschen, die für die Sicherheit der Bevölkerung verantwortlich waren und keine Informationen weitergeben durften. Die Angst, der Menschen, die Gerüchte über die unsichtbare Gefahr gehört hatten und nicht wussten, was sie glauben sollten.
Gleichzeitig gab es die Bespitzelung der AKW-Gegner durch die Stasi, die mit gleicher Deutschen Gründlichkeit Sicherheitsmängel beim Bau der AKW’s dokumentierte.
So gibt es einen Bericht über die Baustelle des AKW Stendal:
„Zur Situation der Baustelle KKW Stendal informierte der GMS ‚Heinz Lüders’, dass aufgrund der bekannten Qualitätsprobleme zur Beton-und Beschichtungsqualität am Kühlturm A2 im KKW Stendal Untersuchen des Instituts für Baustoffe und des Instituts für Betonforschung durchgeführt wurden. Die erneut durchgeführten Berechnungen ergaben, dass eine Gefährdung nur im unteren Bereich des Kühlturms bis 30 m Höhe zu erwarten ist.“
Die Kopie der Stasi-Akte -Beobachtung von AKW-Gegnern- durch anklicken vergrößern.
Wenn ihr glaubt, dass die “Informationspolitik” wie sie von der DDR gemacht wurde in Westeuropa nicht möglich ist, reicht ein kleiner Blick nach England. Dort hat die Regierung 30 Jahre lang die Folgen eines Reaktorbrandes in Windscale geheim gehalten. Auch dort wurde verseuchte Nahrung verkauft, um die Bevölkerung “nicht zu beunruhigen”.


