ALTERNATIVE KONFLIKTLÖSUNG
Wer hat uns Ende 2006 gezeigt, wie man Konflikte alternativ lösen kann? In welcher Folterkammer war es bei Sonnenschein angenehm und wo sind bis heute noch 1200 Menschen spurlos verschwunden?

Dies ist meine Geburtstagssendung. Der Podcast “Die Vergessenen” ist ein Jahr alt geworden. Wenn ich für alle Episoden soviel Zeit aufwenden müsste, würde ich vielleicht schon nicht mehr Podcasten. Schon bei der Vorbereitung bin ich ins schleudern geraten: Bei der Recherche zum Putsch in Chile sind mir viele Dinge wieder eingefallen und schon war ich mittendrin in einem ganz anderen Thema.
Ich war bei Victor Jara, der im Stadion von Santiago de Chile ermordet wurde und dort sein letztes Gedicht geschrieben hat, oder bei Wolf Biermann, der eine Ballade über den Kameramann schrieb, der in Chile seinen Tod gefilmt hat.
Dann wollte ich die Sendung komplett ändern und eine Episode über die Intervention der USA in den 70/80er Jahren in Mittelamerika machen. Chile/Bolivien/Nicaragua……..Und dann parallelen zur heutigen US-Politik in der arabischen Welt ziehen. Oder doch nur eine Sendung über den Irak und die Giftgasexporte aus Amerika? Giftgas: Wiederkehr des Verdrängten / Der Irak, die USA und die Massenvernichtungswaffen
Ein Tag später, nach der Arbeit, habe ich mich dann doch für die ursprüngliche Idee entschieden: Zwei Menschen, die 2006 gestorben sind, die mit der Hilfe Amerikas regiert und getötet haben. Und da ich vorher nicht aufschreibe was ich sage, es existiert nur mein roter Faden im Kopf und ein Zettel mit Fakten, Zahlen, Zitate, usw., ging meine Verwirrung vor dem Laptop weiter. Ich habe aufgenommen, gelöscht, aufgenommen……… Erst um 2 Uhr morgens war die Sendung fertig.
Es gibt auch schon die ersten Kommentare und E-Mails zu der Sendung. Außerdem habe ich von Andersen Storm (der mit der Kaffeetasse) meinen ersten Kuss via Audio-Kommentar bekommen. Danke. Über weitere Küsse und Kommentare freue ich mich.

Am 3. Januar 2007 um 12:19 Uhr
Hallo Kerstin!
Wieder eine Episode die zum Denken anregt. Vielen Dank dafür. Kannst Du mir bitte noch sagen, welchen Künstler du angespielt hast. Der Song klang gut.
Liebe Grüße
Mike
Am 4. Januar 2007 um 07:40 Uhr
Hallo Kerstin,
ich finde Deinen Podcast klasse und gut gemacht. Nur heute habe ich was zu meckern: Du hast zunächst die Verbrechen Pinochets und die Verwicklung der USA richtig dargestellt, ebenso deren Rolle im Irak mit der Schlußfolgerung, Saddam musste sterben, weil er zuviel wußte. An dieser Stelle hättest Du auf alle Fälle auch auf die Verbrechen Saddams und dessen Foltermethoden, die weitaus schlimmer als die Pinochets waren (wenn so ein Vergleich überhaupt möglich ist). Weil er zuviel wußte, mußte er bestimmt nicht sterben, seine Verbrechen in dem Zusammenhang nicht zu erwähnen, ist absolut daneben. Ansonsten: Weiter so - ich höre Dir gerne zu!
Liebe Grüße aus Köln
Klemens
Am 4. Januar 2007 um 14:17 Uhr
Hallo Mike,
Die Musik ist vom guten alten Heinz Rudolf Kunze und stammt aus dem Jahr 1986 aus dem Album Wunderkinder. Den Text dazu findest Du hier:
http://www.heinzrudolfkunze.de/musik/songs/sprachediesieverstehn.html
‘In Der Sprache die Sie Verstehn’ ist übrigens eines der ewigen Lieblingslieder von Kunze.
Als ich die Sendung gemacht habe, musste ich sofort an dieses Lied denken, ich hatte es recht lange nicht mehr gehört.
Wenn Du Kunze noch nie gehört hast, empfehle ich das Album
‘Nonstop, das bisher Beste von HRK’.
Die Konzerte von Kunze sind bis jetzt, die Besten die ich je erlebt habe.
Außerdem freue ich mich, dass Du wieder regelmäßig Sendungen machst.
Grüße aus Kiel
Kerstin
Am 4. Januar 2007 um 16:00 Uhr
Hallo Klemens,
als die Bilder von der Hinrichtung von Saddam Hussein durch die Medien gingen, enstand bei mir die Idee für diese Sendung:
Zwei Menschen, die 2006 gestorben sind, die mit der Hilfe Amerikas regiert und getötet haben.
Dann musste ich die Entscheidung treffen, wie die Gewichtung der Sendung sein soll, und ich habe mich für den Schwerpunkt Chile entschieden, dem Motto ‘Die Vergessenen’ folgend.
Die Ereignisse im Irak und auch die Verbrechen Saddam Husseins sind
in der Presse noch sehr präsent und deshalb habe ich darauf verzichtet sie noch mal darzustellen.
Als ich mir dann endlich die fertige Sendung angehört habe, war ich mir bewusst, dass gerade dieser Satz, den Du kritisierst Widerspruch auslösen wird.
Ich war kurz davor die Sendung noch zu ändern, zum Glück habe ich es nicht gemacht, denn sonst hättest Du Dich wahrscheinlich nie gemeldet.
Grüße aus Kiel
Kerstin