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Der Absender dieses Briefes durfte sich auf keinen Fall erwischen lassen. Deshalb wurde er nur unter höchster Geheimhaltung verschickt.

Der Einäscherungsbrief
Staatl. Krematorium, 8500 Nürnberg, Letzter Schnauferweg 13
Betr.: Ihre Einäscherung
Sehr geehrte/r …
Ich habe durch genaue Informationen erfahren, dass wir aus Ihrem Leben keine sozialen Vorteile zu erwarten haben und dass Sie mit ihrer erbärmlichen Erscheinung zum Schrecken der Menschheit herum laufen. Sie fallen ihren Mitmenschen zur Last und nehmen ihnen die Luft weg.
Wir haben laut § 218 Absatz 9 des Kontrollgesetzes zur Senkung des Menschenüberschusses in Europa Ihre Einäscherung beschlossen. Sie werden gebeten sich am ……………………….. im hiesigen Krematorium, Ofen 23, Klappe 9, zwecks Verbrennung ihrer lächerlichen Gestalt, mit Gebetbuch und Leichenhemd einzufinden. Da sie in Ihrem verpfuschten Leben überreich Alkohol und Nikotin zu sich genommen haben, werden sie gebeten, um eine Explosion zu verhindern, 1 Bund Stroh, 1 Ztr. Koks, Papier, ein Feuerzeug, und einen Topf für geriebenes und abgefallenes Fett mitzubringen. Einen Sack für die Asche ist ebenfalls zu bestellen. Die Asche wird im Winter zum Streuen der Straßen verwendet.
Da Sie noch an Einbildung und Gehirnerweichung leiden, haben Sie vorsichtshalber ihren Wasserkopf zu entleeren, da sonst die Gefahr besteht, dass das Feuer erlischt. Die Füße sind vorher gründlich zu reinigen, da Käse einen sehr üblen Geruch verbreiten könnte. Für die Vernichtung ihres unbedeutenden Namen wollen Sie bitte selbst Sorge Tragen. Wir erwarten Sie termingerecht um 9:00 Uhr und verbleiben bis dahin
mit freundlichen Grüßen
Verwaltungsabteilung des Krematoriums Ppa.Sargnagel
Dr.Oskar Mordknochen Professor für Restkunde und Jenseitsbeförderung
