Die Vergessenen

Ein Podcast von Kerstin Przygodda

GLAESERNE MENSCHEN

Rasterfahndung in der Heiratsvermittlung: Bleiben Rotweintrinker länger Single? Und warum ist es gefährlich nachts zu telefonieren?

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Fahndung nach Terroristen in Deutschland. An jeder Straße stehen Polizisten mit MP im Anschlag und kontrollieren jedes Auto. Die Rasterfahndung, Ende der 60er Jahre entwickelt, gerät erstmals in die Schlagzeilen.

Anfang der 80er Jahre dann die geplante Volkszählung. Der Staat droht mit hohen Geldstrafen, Gegner werden zu Staatsfeinden erklärt. Heute, wo massenweise Daten gesammelt werden, ist der Datenschutz kein Thema mehr. Kritiker werden als zukunftsfeindlich abgetan.

Experten fordern jetzt wieder eine neue Volkszählung……. Mal sehen, wenn es genug Punkte dafür gibt, mache ich mit.

 
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Mai 8th, 2006 Posted by Kerstin | Gesellschaft, Unterhaltung | 3 Kommentare >>



3 Reaktionen zu “GLAESERNE MENSCHEN”

  1. Regine

    Dieser Podcast dürfte ein fast 20jähriges Jubiläum markieren: als ich am 30. April so in Berlin-Friedrichshain herumspazierte, traf ich ein paar alteingesessene Kreuzberger, die mich darauf aufmerksam machten, daß die sog. 1.Mai-Krawalle Mitte der 80er anfingen, weil man sich gegen die Volkszähling wehrte.
    Siehe auch Wikipedia, Artikel: Erster Mai in Kreuzberg.

  2. Matthias

    Weiss nicht, wie Ihr das in Erinnerung habt, aber mir scheint, als würden sich viele Befürchtungen der KritikerInnen moderner Technologien aus den 1970er- und 1980er-Jahren gerade heute als berechtigt erweisen.

    Gerade auch Filme aus diesen Jahren reflektieren öfter einmal in ernsthafter Weise die Ängste der Menschen von damals, obwohl die technischen Möglichkeiten zu jener Zeit ja noch gar nicht so ausgefeilt waren wie heute.
    Heute dagegen, wo vieles mehr möglich ist, kümmert sich scheinbar kaum jemand ernsthaft um die Auswirkungen - außer natürlich um die ökonomischen.

    Ich finde es immer irgendwie seltsam, dass heute kaum noch jemand in der Öffentlichkeit auf Resonanz stößt, wenn er oder sie auf den Verlust von Datenschutz oder demokratischer Mitbestimmung hinweist.

    Vielleicht haben die Menschen sich ja ihren politischen Begriff der Freiheit aus ihren Herzen stehlen lassen - von Freiheitsaposteln, die damit nicht mehr als ein privates Glücksversprechen verbinden.

  3. Sven

    Ui, Kerstin, danke. Jetzt habe ich endlich mal wieder Gelegenheit inhaltlich Kritik zu üben. Und fies wie ich bin, nehme ich nichtmal auf die für mich zugreifbare Kontextinformation Rücksicht. Aber es gehört zum Thema:

    Kundenkarte war gestern. Kreditkarte und RFID sind heute. Heutzutag wird jeder poplige Einkauf im Supermarkt mit Kreditkarte getätigt. Die Leute geben für sieben Euro dreisig ihre Pin und Karte in irgendeine Maschine
    rein. Das ist so, wie wenn man den Geldbeutel gefüllt mit dem kompletten Guthaben vom Girokonto durch die Gegend trägt und ihn bei jedem Kauf, dem Verkäufer gibt und sagt: Nehmen Sie sich doch einfach was sie brauchen. Würde natürlich keiner machen, tut aber jeder und keiner gesteht es sich ein.

    Schöner Nebeneffekt: Der Einkauf ist mit einem Namen verbunden. Die popligen Rabattpunkte braucht man nichtmal mehr zu gewähren.

    Aber mit RFID wird alles noch besser. Die Chips funktionieren nach verlassen des Ladens auch weiter und können, wie jetzt bei Levis auch nicht entfernt werden, ohne die Waare zu zerstören. Ganz praktisch, wenn ein Kunde _wieder_ in den Laden kommt, der wird am RFID seiner getragenen Hose erkannt, die Daten werden mit denen des letzten Einkaufes und der Kreditkarte verknüpft. Ein Verkäufer kann den Kunden dann quasi schon mit Handschlag und der Anrede: ,,Guten Tag Herr Müller, schön das sie nach 5 Jahren auch mal wieder bei uns einkaufen, darf es wieder eine Jeans und ein Büstenhalter für Ihre Freundin sein?” begrüßen.

    Vielleicht ist das aber wieder nur meine Paranoia,
    Sven
    Ansonsten danke für den Musik-Einspieler und wie immer sehr interessante Gedanken, eingängig vorgetragen.

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